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Showberichte
Photos © Konstanze Winkler
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
Eigentlich ist so eine Projekt-Show ja die Gelegenheit für die Teilnehmer des Projekts, das unter Beweis zu stellen, was sie in einem Jahr gelernt und einstudiert haben. Aber wir wären nicht im Rheinland und wie wären erst recht nicht bei Manis, wenn es da nicht ein paar Besonderheiten gäbe. Manis hat schon oft ein altes oder ein eigens für die „Karawane“ geschriebenes Märchen vortragen lassen.
Und von Mal zu Mal lädt sie auch einen Gast-Star oder zwei hinzu. Auch um zu zeigen, daß ihre Teilnehmerinnen sich nicht zu verstecken brauchen, sondern durchaus neben Profi-Tänzerinnen bestehen können. Wir nennen diese Gäste die „guten Geister“, und wir können euch nur auffordern, euch am 10. Februar selbst ein Urteil zu bilden.
DIE GUTEN GEISTER DER KARAWANE

Zur Projektshow „Die Reise der Karawane“ 2018

von Marcel Bieger

IMAN

Iman stammt aus dem Libanon und lebt seit vielen Jahren in Leverkusen. Sie gilt als eine der authentischsten und leidenschaftlichsten Künstlerinnen des OT, und sie arbeitet viel mit Manis zusammen, von der sie übrigens auch entdeckt und gefördert wurde, und auf deren Shows sie immer gern auftritt, obwohl sie längst ein internationaler Star geworden ist. Im folgenden beschreibt sie uns, wie sie zu ihren Tänzen findet und was sie mit Manis verbindet:

„Ich suche mir immer die Musik aus, die meinen inneren Zustand wiedergibt. Eine Musik, die Bedeutung hat und nicht einfach nur eine Begleitung für Shimmies und Drops darstellt. Natürlich suche ich dann Musiken und Stile, die unterschiedlich sind, um mich vielfältig zu zeigen und selber was Neues auszuprobieren. Gerade wenn ich bei Manis tanze, liebe ich es sehr, etwas zu tanzen, was eine außergewöhnliche Melodie hat ... was einem nicht unbedingt sofort als tanzbar erscheint und was nicht jede tanzt oder schon einmal getanzt hat. Weil mich auch Manis Meinung dazu sehr interessiert. Es ist immer eine Herausforderung, bei ihr zu tanzen, und ich weiß, daß sie das zu schätzen weiß.
Ich liebe auch das Publikum bei Manis. Viele von ihnen kennen mich und sind neugierig darauf, was ich diesmal tanze und wie ich mich entwickelt habe. Bei Manis zu tanzen ist, wie nach langer Zeit wieder in meine Heimat zu gehen. Zu dem Ursprung, das mich geprägt hat und immer noch prägt.“
PIERRE MOUSSA

Pierre Moussa wurde im Libanon geboren, hat schon mit 15 angefangen zu tanzen und lebt seit über zwanzig Jahren in Düsseldorf. Als seine Tochter Jasmin, die heute in seinem Ensemble tanzt, geboren wurde, beschloß er, neben der unsteten Tanzerei einen soliden Beruf auszuüben, um für sie sorgen zu können. Er wurde Schneider mit eigener Werkstatt und eigenem Ladenlokal und brachte es in dieser Branche ebenso zu überregionalem Ruhm wie mit seinem Tanz.

Pierre betreibt übrigens auch gern auf Festivals einen Basarstand, an dem er die meiste Zeit anwesend ist und sich gern ansprechen läßt. Schaut doch mal nach ihm, wenn ihr demnächst wieder eine Tanzveranstaltung besucht.
Heute gilt er als der führende Tänzer seines Fachs und als einer der ganz wenigen männlichen OT-Tänzer von Rang. Nun erzählt er uns von sich und danach von seinem Ensemble:

„Seit Jahren verfolge ich die Projekt-Show „Reise der Karawane“ mit großem Vergnügen und bin folglich auch selbst schon öfter dort aufgetreten. Manis und ich haben schon bei verschiedenen Gelegenheiten zusammen gearbeitet, und da lag es eigentlich in der Luft, daß wir es jetzt noch einmal krachen lassen wollen. Ich freue mich schon darauf, dort so viele Freunde der „Karawane“ wiedersehen zu dürfen. Manis hat mir mal gesagt, ich gehörte bei der „Projekt-Show“ zum lebenden Inventar.“

Pierre über seinen Tanz: „Ich höre Musik und choreographiere dann nach dem, was mit zu der betreffenden Musik einfällt. Das ist mein Stil, und besser läßt er sich nicht beschreiben.“

Pierre sieht sich selbst übrigens als Volkstänzer der Tänze und Lieder seiner Heimat. Er ist schon früh in und mit einer Gruppe im Libanon, in Syrien und in Jordanien aufgetreten und weiß einen ganzen Sack voll abenteuerlicher Geschichten zu erzählen; zum Beispiel, als sie nicht nach Hause telephonieren konnten, weil es wieder irgendwo einen Anschlag, einen Überfall oder einen Bürgerkrieg gegeben hatte … Not macht erfinderisch, und so haben sie ein Taxi mit der entsprechenden Nachricht in ihre Heimatstadt geschickt. Aber davon später mehr.

PIERRE MOUSSA ENSEMBLE

Pierre Moussas Ensemble ist eigentlich bereits das dritte seiner Art – sie alle trugen und tragen den Namen „Pierre Moussa Ensemble“ -, das erste entstand bereits, als er noch im Libanon auftrat. Dieses dritte Ensemble -„Aller guten Dinge sind drei“ – wirkt seit 2010.

Vier dieser ausgesprochen hübschen jungen Frauen sind bei der „Karawane“ dabei. Zu ihrem Repertoire gehören neben anderem klassischer orientalischer Tanz, Dabke und Beduinentanz.

Das Ensemble wird auf der „Reise der Karawane“ einen klassischen orientalischen Tanz, einen Raks Sharki, vortragen. Das Ensemble hat dieses Stück extra für Manis‘ Projekt-Show nach einer Choreographie von Pierre Moussa einstudiert.

Pierre Moussas Tochter Jasmin wird uns auch noch mit einem Solo-Auftritt verwöhnen, lange Zeit wurde das als Überraschung nur hinter vorgehaltener Hand weitergegeben, doch für uns hat Pierre das Geheimnis gelüftet.

Pierre über Jasmin: „Sie war immer dabei, wenn getanzt wurde und tanzt schon seit Kindesbeinen. Sie hat auch Hip Hop und Ballett getanzt.“

Na, da können wir uns aber schonmal kräftig vorfreuen.


Manis' "Reise der Karawane" 2018
am Sa., 10. Februar im tanzhaus.nrw

Karten gibt es hier:
http://tanzhaus-nrw.de/...